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Der Vorbereitungsplatz: FN entwickelt Kriterienkatalog

Die Prüfungsvorbereitung auf dem Turnier ist im Laufe der vergangenen Jahre immer stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Ein aggressives Reiten auf dem Vorbereitungsplatz wird von Zuschauern, Reitern, Trainern und den Medien nicht akzeptiert. Unsere Richter auf dem Vorbereitungsplatz haben hier eine große Verantwortung. Im Einzelfall müssen sie darüber entscheiden, welche Form des Reitens ein Einschreiten notwendig macht.

Ein von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) berufenes Expertengremium aus Tierärzten, Trainern, Reitern, Richtern und Sportwissenschaftlern erarbeitete nun einen umfangreichen Kriterienkatalog, der nicht nur den Richtern auf dem Vorbereitungsplatz, sondern auch allen Reitern, Trainern und der Öffentlichkeit die Einschätzung der Situation von Reiter und Pferd leichter machen soll.

Der Kriterienkatalog ist unterteilt in „pferdegerecht“, „auffällig“ und „nicht pferdegerecht“ und berücksichtigt sichtbare Merkmale. Er dient als ganzheitliche Orientierung und Argumentationshilfe, keinesfalls als „abzuarbeitende Checkliste“!
Bei pferdegerechtem Reiten hat der Richter naturgemäß keinen Handlungsbedarf. Benimmt sich ein Reiter oder erscheint sein Pferd hingegen „auffällig“, muss der Richter ihn einer Verlaufskontrolle unterziehen. Ein „nicht pferdegerechtes“ Reiten macht sofortiges Handeln erforderlich. Dies kann bedeuten:

  • ein klärendes Gespräch, 
  • eine Ermahnung des Reiters oder aber 
  • kann bei fortgesetztem Fehlverhalten über eine Verwarnung/Rüge (ggf. mit gelber Karte) bis hin zum Ausschluss von der Prüfung (ggf. mit roter Karte) führen.

Diese Vorgehensweise gilt für alle Pferdesportdisziplinen.

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Wir möchten hiermit für eine größere Transparenz und Sachlichkeit in dieser Fragestellung sorgen, um einerseits Reiter vor unangemessenen Vorwürfen zu schützen und andererseits Richtern den Rücken zu stärken, wenn sie berechtigterweise einschreiten.

 

 

Übersetzung der Kurzfassung Code of Conduct

Die FEI erwartet von allen im internationalen Turniersport beteiligten Personen, den Code of Conduct der FEI zu befolgen. Sie erwartet des weiteren stets das Wohlergehen des Pferdes als oberstes Gebot anzuerkennen und zu akzeptieren und es niemals wettbewerbsmäßigen oder kommerziellen Einflüssen unterzuordnen.

 

1. Bei der Vorbereitung und beim Training der Turnierpferde muss zu jeder Zeit das Wohlergehen der Pferde absolute Priorität haben. Das umfasst eine gute Behandlung der Pferde, gute Trainingsmethoden und Hufpflege, gute Ausrüstung sowie guten Transport.

 

2. Bevor Pferden und Teilnehmern erlaubt wird, am Wettkampf teilzunehmen, muss sichergestellt sein, dass sie in gutem Gesundheitszustand sind und dass der Ausbildungs- und Trainingszustand dem jeweiligen Prüfungsniveau entspricht und sie somit fit sind. Das bezieht sich u.a. auf den Gebrauch von Medikamenten, operative Eingriffe, die das Wohlergehen oder die Sicherheit gefährden, auf den Einsatz trächtiger Stuten oder den unsachgemäßen Gebrauch von Hilfsmitteln.

 

3. Durch den Turniereinsatz darf das Wohlergehen des Pferdes nicht beeinträchtigt werden. Das heißt, es muss besonders acht gegeben werden auf Prüfungsplätze, Bodenverhältnisse, Witterungsbedingungen, Stallungen und die Sicherheit auf dem Turniergelände. Ferner muss sich das Pferd für den Weitertransport in einem guten Gesundheitszustand befinden.

 

4. Es muss sichergestellt sein, dass Pferde nach dem Turniereinsatz sorgfältig verpflegt werden. Kein Aufwand darf gescheut werden, um sicher zu stellen, dass Pferde nach Beendigung ihrer „Turnierkarriere“ weiterhin fürsorglich behandelt werden. Das umfasst gute veterinärmedizinische Versorgung, u.a. von Sportverletzungen, Euthanasie und den „Ruhestand“.

 

5. Die FEI bittet alle am Sport Beteiligten eindringlich, das höchste Niveau der Ausbildung auf ihren entsprechenden Spezialgebieten anzustreben.

 

 

 

Lehrgänge zum Tiertransport

Seit Beginn des Jahres 2008 benötigen viele Landwirte bzw. Tierhalter zum Transport ihrer Tiere einen Befähigungsnachweis.

Hintergrund ist das Ziel der EU, über Schulungen der mit Tiertransporten befassten Personen tierschutzrelevante Verbesserungen in diesem Bereich zu erreichen.

  • Wer benötigt einen Befähigungsnachweis?
    Alle Landwirte und Tierhalter, die ihre Nutztiere über 65 km in Verbindung mit einer wirtschaftlichen Tätigkeit transportieren. Zu den Nutztieren zählen in diesem Zusammenhang Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und teilweise Pferde.
    Als Kriterium für die wirtschaftliche Tätigkeit kann die steuerliche Veranlagung z.B. für die Pferdehaltung herangezogen werden.

  • Für wen ist der Ergänzungslehrgang geeignet?
    Für Landwirte, Pferdewirte, etc., die ihre Berufsausbildung vor dem 05. Januar 2007 abgeschlossen haben.

  • Für wen ist der Ergänzungslehrgang nicht ausreichend?
    Für Personen, die keinen entsprechenden Berufsabschluss in den einschlägigen Berufen haben. Diese Personen benötigen in Deutschland für den Erhalt des Befähigungsnachweises für den Tiertransport einen längeren und umfangreicheren Lehrgang.

  • Wann wird kein Befähigungsnachweis benötigt?

    • für Tierhalter, die einen berufsqualifizierenden Abschluss als Landwirt, Pferdewirt, Tierwirt o. ä. ab 2007 erworben haben, gilt die Qualifikation mit ihrer Ausbildung als erworben.
      Sie erhalten den Befähigungsnachweis mit Vorlage des Abschlusszeugnisses bei ihrem zuständigen Veterinäramt.

    • wenn es sich um eine reine Hobbyhaltung handelt

    • wenn es um den Transport von Tieren unmittelbar in oder aus einer Tierarztpraxis /-klinik handelt 

    • für den Transport registrierter Pferde (Equiden mit Equidenpass), die zu Wettbewerben (z.B. Turniere), Rennen, kulturellen Veranstaltungen oder zu Zuchtzwecken transportiert werden, sofern dieses nicht in Verbindung mit einer wirtschaftlichen Tätigkeit erfolgt.

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