Vom 21. bis 23. August 2026 war Tauscha im Rahmen der 17. SAXONIA Distanz Gastgeber der Deutschen Meisterschaft im Distanzfahren. Die Veranstaltung bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern anspruchsvolle Bedingungen – und zeigte einmal mehr, dass im Distanzsport die Gesundheit und das Wohl der Pferde an erster Stelle stehen.
Nach der Premiere der Deutschen Meisterschaften im Distanzreiten im Juli im Striegistal war Sachsen damit innerhalb weniger Wochen erneut Austragungsort eines Deutschen Championats im Distanzsport. Die SAXONIA Distanz brachte Fahrerinnen und Fahrer aus ganz Deutschland nach Tauscha.
Die Deutsche Meisterschaft im Distanzfahren wird in den Kategorien Pferd und Pony ausgetragen. Für die diesjährige Meisterschaft waren acht Fahrer mit insgesamt neun Pferden und Ponys vorgesehen. Von den beiden in der Kategorie Großpferd angetretenen Gespannen verunglückte eines aufgrund der schweren Bodenverhältnisse (mit glimpflichem Ausgang), das andere wurde aufgrund der Witterungsbedingungen zurückgezogen.
Unwetter sorgt für verkürzte Meisterschaftsstrecke
Die ursprünglich über 105 Kilometer ausgeschriebene Meisterschaft stellte die Gespanne vor eine besondere Herausforderung. Ein Unwetter sorgte während der Veranstaltung für schwierige Streckenverhältnisse. Teilweise standen die Wege unter Wasser und waren damit für Pferde und Fahrer nicht mehr sicher zu befahren.
Zum Schutz der Pferde und Fahrer wurde deshalb die Strecke auf 88 Kilometer verkürzt. Die Entscheidung wurde vom Cheftierarzt und der Veranstalterin in Absprache mit der Vertreterin des VDD-Präsidiums und den Regionalbeauftragten getroffen.
Damit wurde einmal mehr deutlich, dass im Distanzsport sportlicher Ehrgeiz immer hinter der Verantwortung für das Pferd zurücksteht. Die Entscheidung zur Streckenverkürzung war eine konsequente Maßnahme, um die Sicherheit und das Wohl der Pferde unter den veränderten Bedingungen zu gewährleisten.
Ines Müller-Millgramm verteidigt ihren Deutschen Meister-Titel
In der Ponywertung setzte sich Ines Müller-Millgramm mit Strathies Sir Nando durch. Das Paar konnte damit seinen Deutschen Meistertitel aus dem Jahr 2025 erfolgreich verteidigen und erneut die Goldmedaille gewinnen.
Silber ging an Cornelia Rüthnick mit Terence, Bronze sicherte sich Michaela Rüthnick mit Gwydion The Harlequin. Rang vier belegte Birgit Rosenberger, die mit ihren beiden Shetland-Ponys Toulouse und Legolas an den Start ging. Beide Ponys wurden darüber hinaus mit dem Best-Condition-Preis ausgezeichnet.
Bei Sonnenschein am Sonntagvormittag bot die feierliche Ehrung der Deutschen Meisterin sowie den weiteren Medaillen- und Preisträgern mit der deutschen Nationalhymne trotz der schwierigen äußeren Bedingungen im Wettkampf einen würdevollen und feierlichen Abschluss der Meisterschaft.
Sächsischer Erfolg auf der 48-Kilometer-Distanz
Auch wenn bei der Deutschen Meisterschaft selbst kein sächsischer Fahrer am Start war, war Sachsen bei der SAXONIA Distanz auf der kurzen Distanz vertreten.
Über 48 Kilometer gingen sechs Gespanne an den Start. Anne Koch mit Onchao of Shadow zeigte eine starke Leistung und sicherte sich den Sieg. Das Paar absolvierte die Strecke in einer Zeit von 3:22 Stunden.
Ebenfalls für Sachsen am Start war Wilfried Werner mit Maja. Das Paar konnte die Fahrt jedoch nicht beenden und zog zurück.
Distanzfahren: Ausdauer, Partnerschaft und Verantwortung
Das Distanzfahren stellt besondere Anforderungen an Fahrer und Pferde. Über lange Strecken müssen Tempo und Kräfte vorausschauend eingeteilt werden. Gleichzeitig gilt es, die Kondition und den Zustand des Pferdes jederzeit im Blick zu behalten.
Gerade die Wetterbedingungen der diesjährigen SAXONIA Distanz machten deutlich, wie wichtig ein verantwortungsvolles Management während einer solchen Veranstaltung ist. Die Entscheidung, die Meisterschaftsstrecke aufgrund der unter Wasser stehenden Wege zu verkürzen, wurde deshalb konsequent im Sinne von Pferdewohl und Sicherheit getroffen.
Dank an das Organisationsteam
Die Durchführung einer Deutschen Meisterschaft erfordert ein großes Maß an Vorbereitung, Organisation und ehrenamtlichem Engagement. Ein besonderer Dank gilt deshalb Miriam Lewin und dem Team der SAXONIA Distanz sowie allen Helferinnen und Helfern, Tierärzten, Offiziellen und Unterstützern, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.
Die beiden Meisterschaften innerhalb eines Jahres in Sachsen haben dem Distanzsport eine große Bühne geboten und unterstreichen die Bedeutung und Entwicklung dieser Pferdesportdisziplin im Landesverband Pferdesport Sachsen und im Freistaat.
Wir gratulieren allen Platzierten und besonders der neuen beziehungsweise alten Deutschen Meisterin Ines Müller-Millgramm mit Strathies Sir Nando zur erfolgreichen Titelverteidigung.