Turniersport

Turniersport mit dem Pferd in Sachsen

Auf einem Turnier zu starten, ist für viele Pferdesportler ein großes Ziel. Denn wo sonst lassen sich die eigenen Fortschritte und die des Pferdes besser überprüfen? In Deutschland reiten rund 4 Mio. Menschen regelmäßig, rund 80.000 von ihnen nehmen an Turnieren teil, knapp 2.000 davon sind sächsische Pferdesportler.

Die Landeskommission für Pferdeleistungsprüfungen Sachsen (LKS) ist gem. der Satzung des Landesverbandes Pferdesport Sachsen e.V. für die in der Leistungsprüfungsordnung (LPO), in der Wettbewerbsordnung (WBO) und in der Ausbildungs- und Prüfungsordnung (APO) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) festgelegten Aufgaben zuständig und verantwortlich. Sie ist im Rahmen der ihr vorgegebenen Aufgaben und Zuständigkeiten ein in ihrer Entscheidung unabhängiges Organ des Landesverbandes. Sie gliedert sich in Fachausschüsse der einzelnen Bereiche und Disziplinen, ist für den Turnier- und Wettkampfsport zuständig und legt hierfür u.a. die Allgemeinen und Besonderen Bestimmungen fest.

Gemäß Statistik der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) wurden nach 102 Turniere / 1.810 Prüfungen mit 35.154 Starts im Jahr 2019lediglich 53 (-48,04%) Veranstaltungen mit 816 Prüfungen (-54,92%) und 18.238 Starts (-48,12%) im Coronajahr 2020 von den Pferdesportvereinen, die als Veranstaltern fungieren, im Freistaat Sachsen durchgeführt. Davon waren 20 Veranstaltungen reine Pferdeleistungsschauen (PLS), d.h. es fanden nur Leistungsprüfungen gemäß Leistungsprüfungsordnung (LPO) statt, bei weiteren 33 Turnieren fanden sowohl Leistungsprüfungen als auch breitensportliche Wettbewerbe gemäß Wettbewerbsordnung für den Breitensport (WBO) statt. Verglichen mit den anderen ostdeutschen Bundesländern verzeichnete Sachsen den geringsten Rückgang an Veranstaltungen, lag jedoch leicht über dem bundesdeutschen Durchschnitt von -47,29%. Auch was die Prüfungen und die Starts angeht, waren die Rückgänge in Sachsen die geringsten der ostdeutschen Verbände und Sachsen blieb auch jeweils knapp unter dem gesamtdeutschen Rückgang von -57,43% bei den Prüfungen und -51,21% der Starts. Die im Jahr 2020 beginnende Coronapandemie hatte somit gravierende Auswirkungen auf den Turniersport mit Pferden in Sachsen und die Bundesrepublik Deutschland. Die Verordnungen die u.a. zu Schließungen von Sportanlagen, dem Verbot bestimmter Sportdisziplinen, dem Verbot von Wettkämpfen sowie weiteren Verboten bzw. Hygieneauflagen führten, die von kaum einem Veranstalter umsetzbar waren, führte zur Absage von circa der Hälfte der ursprünglich geplanten Turniere. Die verbleibenden Veranstaltungen konnten mit viel Mühe und Engagement durch die Pferdesportvereine durchgeführt werden.
Hinzukamen 28 von ursprünglich 73 geplanten Breitensportlichen Veranstaltungen mit 232 ausgeschriebenen Wettbewerben. 
Für die Saison 2021 wurden vorerst knapp 90 Turniertermine angemeldet.

Was die Anzahl der aktiven Turniersportler angeht, hinterließ die durch Corona eingeschränkte Turniersaison ebenfalls ihr Spuren. Nach 1.860 sächsischen Reitern (1.763) und Fahrern (97) im Jahr 2019, ließen sich im Jahr 2020 gemäß Statistik der FN 1.536 Reiter, 77 Fahrer sowie 23 Einzelvoltigierer + 33 Longenführer sowie 14 Gruppen (davon 3 Juniorgruppen) eine Jahresturnierlizenz ausstellen. Hinzukommen 58 sogenannte Schnupperlizenzen, die einmalig ausgestellt werden und Nachwuchssportlern der Übergang vom Breiten- in den Leistungssport erleichtern sollen. Im Jahr 2019 waren es noch 111 Schnupperlizenzen.

Das vertrauensvolle Zusammenspiel von Pferd und Mensch ist dabei die Basis von verantwortungsvollem Turniersport. Die Regelwerke für den Turniersport sind auf das Wohl des Pferdes ausgelegt. Sie basieren auf einer über Generationen gereiften Reitlehre und werden ständig nach neuesten Erkenntnissen überarbeitet. Durch diese Regelwerke sorgen die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) und ihre Landesverbände für Pferdesport für Chancengleichheit und Tierschutz und somit für einen fairen Turniersport.

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Turniersportstatistik 2020
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Voraussetzungen für den ersten Turnierstart
Wer zum ersten Mal an einem Turnier teilnehmen möchte, hat oft viele Fragen: Was ist der Unterschied zwischen Wettbeweben und Prüfungen? Welche Prüfung darf ich reiten, wie melde ich mich an, welche Voraussetzungen müssen mein Pferd und ich erfüllen? Aber auch nach dem Einstieg in den Turniersport gilt es Jahr für Jahr einige Formalitäten zu erledigen: Die Jahresturnierlizenz für den Turnierteilnehmer muss neu beantragt, das Turnierpferd fortgeschrieben werden.
Bevor man seinen ersten Auftritt auf einem Turnier plant, sollte man sich das Turniersystem in Deutschland genauer ansehen. Unterschieden werden zunächst zwei Prüfungsarten: Wettbewerbe (WB) und Leistungsprüfungen (LP). Bei Wettbewerben kommt als Regelwerk die Wettbewerbs-Ordnung (WBO) zur Anwendung, Leistungsprüfungen finden gemäß Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) statt.

Einstieg in den Turniersport: Wettbewerbe gemäß WBO
Für das erste Turnier empfiehlt sich der Start in einem Wettbewerb (WB), in dem die Anforderungen noch nicht so hoch sind. Typische Wettbewerbe für Einsteiger sind die Führzügelklasse, der Reiterwettbewerb sowie der Dressur- und der Springreiterwettbewerb. Zielgruppe sind heranwachsende Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene, die erste Turniererfahrungen sammeln wollen. Diese breitensportlichen Wettbewerbe sind in der Wettbewerbsordnung (WBO) geregelt.

Für die Teilnahme an Wettbewerben wird keine Jahresturnierlizenz benötigt. Die Mitgliedschaft in einem Verein ist nicht zwingend notwendig, sondern abhängig von der jeweiligen Ausschreibung. Ebenso wenig muss das Pferd bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) als Turnierpferd eingetragen werden. Die Anmeldung erfolgt über das Nennungssystem Nennung online oder schriftlich mit dem Nennungsformular WBO.

Für Fortgeschrittene: Leistungsprüfungen gemäß LPO
Die Leistungsprüfungen (LP) richten sich an Pferdesportler, die bereits Erfahrungen im Turniersport gesammelt haben. Hier gibt es unterschiedliche Klassen (E bis S) und die Anforderungen steigen allmählich. Für alle Leistungsprüfungen gilt die Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO). Wer hier starten will, benötigt eine Jahresturnierlizenz, muss Mitglied in einem Verein sein und sein Pferd als Turnierpferd eintragen lassen. Nennungen zu Leistungsprüfungen können nur über Nennung online abgegeben werden, Papiernennungen wie bei Wettbewerben sind nicht mehr möglich.

Leistungsprüfungen und Leitsungsklassen 
Innerhalb der Leistungsprüfungen werden verschiedene Prüfungsklassen nach Schwierigkeit eingeteilt:
E – Eingangsstufe, A – Anfangsstufe, L – Leicht, M – Mittelschwer, S – Schwer
Zusätzlich wird zwischen Basis- und Aufbauprüfungen für junge Pferde und den “normalen” Leistungsprüfungen unterschieden. Basis- und Aufbauprüfungen wie die Reitpferde- oder Springpferdeprüfung sollen dem jungen Pferd den Einstieg in den Turniersport erleichtern. Hier wird innerhalb der Wertnote vor allem Bezug auf die Veranlagung des Pferdes genommen. In den normalen Leistungsprüfungen dagegen – zum Beispiel einer Dressur- oder Springprüfung – zählt nur das, was Reiter und Pferd am jeweiligen Tag in der Prüfung zeigen.

Damit Turniereinsteiger nicht direkt gegen die antreten müssen, die schon seit Jahren dabei sind, werden die Reiter in verschiedene Leistungsklassen eingeteilt. Die Leistungsklassen bauen aufeinander auf: von der Leistungsklasse 7, als unterste Leistungsklasse, bis zur Leistungsklasse 1 als höchste Stufe.

Der Service von FN und Landesverband
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) bietet eine Full-Service-Infrastruktur für Teilnehmer, Pferdebesitzer und Veranstalter. Denn sie erfasst, verarbeitet, registriert und prüft alle Ergebnisse von jedem LPO-Turnier in Deutschland. Das sind mehr als 3.500 Veranstaltungen mit 68.000 Prüfungen und 1,4 Millionen Starts. Die Ergebnisse werden über die Jahresturnierlizenz dem jeweiligen Pferdesportler und über die Turnierpferdeeintragung dem jeweiligen Pferd zugeordnet. So kann überprüft werden, ob sie tatsächlich in Prüfungen gestartet sind, für die sie aufgrund ihrer Qualifikation, ihres Alters oder ihrer Erfolge zugelassen sind. Das gewährleistet Chancengleichheit und Tierschutz. Für Turnierveranstalter stellt die FN mehrere fertige und funktionierende IT-Systeme für die Turnierorganisation, Nennung und Datenverarbeitung zur Verfügung.

Der Landesverband Pferdesport Sachsen e.V., speziell die Landeskommission für Pferdeleistungsprüfungen Sachsen, ist für die Abwicklung des Turniersportes im Freistaat Sachsen zuständig. Dabei ist sie nah dran an der Basis des Turniersports und erster Ansprechpartner für Veranstalter und Turnierfachkräfte. Sie berät die veranstaltenden Vereine und Betriebe, bearbeitet und genehmigt Ausschreibungen, bildet Turnierfachkräfte aus und weiter und überwacht den Wettkampfbetrieb.

Noch Fragen?
Sie würden gerne mal an einem Turnier teilnehmen, wissen aber nicht, ob Sie schon gut genug dafür sind und wie das Ganze überhaupt funktioniert? Oder Sie überlegen mit Ihrem Verein oder Betrieb selbst ein Turnier oder breitensportliche Wettbewerbe durchzuführen, wissen aber nicht wie?
Keine Angst, das System ist einfacher, als man denkt und die Mitarbeiter der Landeskommission für Pferdeleistungsprüfungen Sachsen helfen Ihnen weiter.

Turniersystem im Pferdesport // Quelle FN

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