Die Qualität der Trainerausbildung im Pferdesport lebt von qualifizierten Ausbildern, geeigneten Pferden und Ponys sowie optimalen Rahmenbedingungen. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten die von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN) anerkannten Fachschulen. Am 7. und 8. September standen nun auch die beiden sächsischen Fachschulen auf dem Prüfstand.
Dazu waren Frau Eva Lempa-Röller und Herr Martin Otto als Besichtigungskommission der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. nach Sachsen gereist. Gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort wurden zunächst am 7. September die Fachschule Voltigieren des Reit- und Voltigiervereins Schenkenberg in Delitzsch und am 8. September die Sächsische Landesfachschule für Reiten und Fahren in Moritzburg besichtigt.
Im Mittelpunkt der zweitägigen Überprüfung standen die Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildung von Trainern. Neben den räumlichen Bedingungen und der Ausstattung spielen dabei insbesondere die Qualifikation und Erfahrung der Ausbilder, die zur Verfügung stehenden Lehrpferde beziehungsweise Voltigierpferde sowie das konkrete Lehrgangsangebot eine wichtige Rolle.
Die Anerkennung als FN-Fachschule ist dabei ein besonderes Qualitätsmerkmal und zugleich mit regelmäßigen Überprüfungen verbunden. Die Fachschulen übernehmen innerhalb des Ausbildungssystems des Pferdesports eine zentrale Funktion. Hier werden Trainer für die verschiedenen Disziplinen ausgebildet und auf ihre spätere Tätigkeit im Verein und im Pferdebetrieb vorbereitet. Grundlage der bundesweit einheitlichen Ausbildung und Prüfung sind unter anderem die Ausbildungs- und Prüfungs-Ordnung (APO) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. sowie die Rahmenrichtlinien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).
Fachschule Voltigieren in Delitzsch
Den Auftakt der Besichtigung bildete am 7. September die Fachschule Voltigieren des Reit- und Voltigiervereins Schenkenberg in Delitzsch. Vor Ort standen unter anderem Landestrainer Voltigieren Peter Wagner und Fachschulleiterin Anne Pradel für den Austausch mit der Besichtigungskommission zur Verfügung.
Die Delitzscher Fachschule ist ein etablierter Ausbildungsstandort für den Voltigiersport und bietet umfangreiche Möglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung von Trainern. Die räumlichen und personellen Voraussetzungen sowie die vorhandenen Voltigierpferde schaffen dabei wichtige Grundlagen für eine praxisnahe Ausbildung. Aktuell stehen neun Pferde für S-Gruppen und S-Einzelvoltigierer zur Verfügung. Ergänzend kann auf ein erfahrenes Team lizenzierter Ausbilder zurückgegriffen werden.
Das Ausbildungsangebot umfasst die aufeinander aufbauenden Trainerlizenzen C, B und A im Voltigieren mit dem Schwerpunkt Leistungssport sowie die Vorstufenqualifikation zum Trainerassistenten. Ergänzend werden unter anderem Lehrgänge und Prüfungen im Bereich der Abzeichen angeboten.
Die enge Verbindung von Ausbildung und Leistungssport ist ein weiterer wichtiger Aspekt des Standortes. Als Ausbildungsstätte und zugleich wichtiger Trainingsstandort bietet Delitzsch gute Voraussetzungen, um theoretische Ausbildungsinhalte unmittelbar mit der praktischen Arbeit am und mit dem Pferd zu verbinden.
Landesfachschule für Reiten und Fahren in Moritzburg
Am zweiten Tag führte der Weg der Besichtigungskommission nach Moritzburg zur Sächsischen Landesfachschule für Reiten und Fahren. Vor Ort empfing Hauptsattelmeister Falk Sieber, Leiter der Landesfachschule für Reiten und Fahren, die Gäste. Für den Landesverband Pferdesport Sachsen e.V. nahm Geschäftsführerin Susann Krönert an der Besichtigung teil. Gleichzeitig ist sie Leiterin des Landesstützpunktes Reiten, der ebenfalls auf dem Gelände des Landgestüts Moritzburg und damit unmittelbar im Umfeld der Landesfachschule angesiedelt ist.
Die räumliche Verbindung von Landesfachschule, Landesstützpunkt Reiten und Landgestüt Moritzburg bietet besondere Voraussetzungen für die Ausbildung und Förderung im Pferdesport. Fachschule und Landesstützpunkt können dabei von der vorhandenen Infrastruktur und den vielfältigen Möglichkeiten des Landgestüts profitieren.
Die Landesfachschule für Reiten und Fahren ist seit 1991 in das Landgestüt Moritzburg integriert und übernimmt eine zentrale Funktion in der Aus- und Weiterbildung von Reitern, Fahrern und Trainern. Zum Angebot gehören unter anderem Trainerlehrgänge im Reiten und Fahren sowie Lehrgänge und Prüfungen für Reit- und Fahrabzeichen. Darüber hinaus ist die Landesfachschule in die Ausbildung und Prüfung von Pferdewirten und Pferdewirtschaftsmeistern eingebunden.
Die Verbindung mit dem Landgestüt schafft dabei besondere Möglichkeiten für eine praxisorientierte Ausbildung. Neben den entsprechenden Ausbildungsstätten und Reitanlagen stehen auch geeignete Pferde für die verschiedenen Lehrgangsinhalte zur Verfügung.
Mit der 2025 eröffneten Multifunktionsreithalle verfügt der Standort zudem über eine moderne zusätzliche Ausbildungs- und Veranstaltungsstätte. Die Halle bietet optimale Bedingungen für Reit-, Fahr- und Ausbildungszwecke und erweitert damit die Möglichkeiten des Standortes Moritzburg nochmals deutlich.
Regelmäßige Überprüfung als Qualitätssicherung
Die Besichtigung durch die Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. ist dabei weit mehr als ein formaler Termin. Die Fachschulen müssen dauerhaft den Anforderungen an eine hochwertige Trainerausbildung entsprechen. Im Rahmen der regelmäßigen Überprüfung werden deshalb die räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen, das Ausbildungsangebot, die Qualifikation der Ausbilder sowie die zur Verfügung stehenden Pferde und Ponys betrachtet.
Die Überprüfung erfolgt regelmäßig im Drei-Jahres-Rhythmus. Damit wird sichergestellt, dass die Voraussetzungen für die Anerkennung als Fachschule dauerhaft gegeben sind und sich die Ausbildungsstätten gleichzeitig entsprechend den aktuellen Anforderungen weiterentwickeln können.
Für Sachsen ist diese regelmäßige Überprüfung von besonderer Bedeutung. Mit der Fachschule Voltigieren in Delitzsch und der Sächsischen Landesfachschule für Reiten und Fahren in Moritzburg verfügt der Freistaat über zwei etablierte Fachschulen, die unterschiedliche Disziplinen abdecken und damit einen wichtigen Beitrag zur Qualifizierung von Trainerinnen und Trainern und zur Weiterentwicklung des Pferdesports leisten.
Die beiden Besichtigungstage boten zugleich Gelegenheit für einen intensiven fachlichen Austausch zwischen den Verantwortlichen der Fachschulen, dem Landesverband Pferdesport Sachsen e.V. und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. Im Mittelpunkt stand dabei das gemeinsame Ziel, die hohen Qualitätsstandards der Trainerausbildung zu sichern und die Ausbildung qualifizierter Trainerinnen und Trainer für den Pferdesport auch künftig auf einem zeitgemäßen, praxisnahen und hohen Niveau zu gewährleisten.