Was für ein Wochenende für den sächsischen Vielseitigkeitssport: Beim Bundeswettkampf der Vielseitigkeitsreiter vom 24. Bis 26. Juli in Sahrendorf sicherte sich die Mannschaft des Landesverbandes Pferdesport Sachsen erstmals den begehrten Wanderpokal und schrieb damit Verbandsgeschichte.
In der 52-jährigen Geschichte der Traditionsveranstaltung durfte erstmals ein sächsisches Team die Ehrenrunde als Sieger anführen. Zwar hatten sächsische Mannschaften in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Medaillenränge erreicht, doch auf den großen Triumph musste der Freistaat bis 2026 warten. Dass dieser Sieg zudem mit zwei von drei Einzelmedaillen verbunden war, macht den Erfolg einzigartig.
Nach einer soliden Dressur, in der insbesondere Christian Gärtner mit Veritas mit 31,6 Strafpunkten überzeugte, legten die Sachsen im Gelände den Grundstein für den späteren Erfolg. Alle vier Mannschaftspaare blieben ohne Hindernisfehler. Antje Schöniger mit DSP Schoensgreen Hedda erzielte dabei sogar die Bestzeit, während Christian Gärtner mit Veritas, Cecile Rother mit Wiesenguts Auf und Davon und Oliver Besecke mit Nostradamus nur wenige Sekunden über der Idealzeit blieben.
Auch die Einzelreiterinnen überzeugten: Leonie Morgenstern mit Wiesenguts Schoko und Anja Schöniger mit Corega blieben innerhalb der Bestzeit, Linda Stiefelmeyer mit Lauscheblitz sammelte lediglich wenige Zeitstrafpunkte. Mit dieser geschlossenen Mannschaftsleistung arbeitete sich Sachsen auf Rang drei vor und brachte sich in eine hervorragende Ausgangsposition für das abschließende Springen.
Dort wurde es noch einmal spannend. Nach den Ritten von Oliver Besecke mit Nostradamus und Cecile Rother mit Wiesenguts Auf und Davon blieb Sachsen im Rennen. Antje Schöniger mit DSP Schoensgreen Hedda brachte die Mannschaft mit einer fehlerfreien Runde zurück an die Spitze. Nun lag die Entscheidung bei Christian Gärtner mit Veritas. Unter dem Druck des entscheidenden letzten Ritts blieb das Paar fehlerfrei und sicherte Sachsen den historischen ersten Sieg beim Bundeswettkampf der Vielseitigkeitsreiter.
Auch in der Einzelwertung des Bundeswettkampfes spiegelte sich die starke Teamleistung wider: Christian Gärtner mit Veritas gewann Silber, Antje Schöniger mit DSP Schoensgreen Hedda Bronze. Cecile Rother mit Wiesenguts Auf und Davon belegte Rang neun, Oliver Besecke mit Nostradamus wurde Zwölfter.
In der Gesamtwertung der CCI2-L* erreichten die sächsischen Paare ebenfalls hervorragende Ergebnisse. Christian Gärtner mit Veritas wurde Dritter, Antje Schöniger mit DSP Schoensgreen Hedda Fünfte. Leonie Morgenstern mit Wiesenguts Schoko belegte Rang neun, Anja Schöniger mit Corega Rang 13, Cecile Rother mit Wiesenguts Auf und Davon Platz 14, Oliver Besecke mit Nostradamus Platz 20 und Linda Stiefelmeyer mit Lauscheblitz Platz 25.
Ergänzt wurde die sächsische Equipe durch zwei weitere Reiterinnen in der CCI1-Intro. Anja Schöniger mit Rubjen überzeugte mit 32,8 Punkten in der Dressur, einer fehlerfreien Geländeprüfung und nur einem Springfehler und wurde 13. Franziska Scheffler mit Lausitzer’s Liebling sammelte wertvolle internationale Erfahrungen und trug ebenfalls zum starken Auftritt des Landesverbandes Pferdesport Sachsen bei.
Besonders stolz macht neben dem sportlichen Erfolg die Qualität der eingesetzten Pferde. Ein Großteil der sächsischen Equipe stammt aus eigener, familieneigener oder sächsischer Zucht.
Der Triumph von Sahrendorf ist damit nicht nur ein Meilenstein für den sächsischen Vielseitigkeitssport, sondern auch ein eindrucksvoller Beleg für die erfolgreiche Verbindung von Zucht, Ausbildung und Sport im Freistaat Sachsen.
Ein besonderer Dank gilt neben den zwei- und vierbeinigen Sportlern, allen Pferdebesitzern, Helfern und Betreuern sowie Mannschaftsführer Oliver Besecke, die diesen historischen Erfolg möglich gemacht haben.
Ein ausführlicher Bericht mit Bildern und persönlichen Eindrücken der Teilnehmer erscheint in PFERDE in Mitteldeutschland, Ausgabe 9/2026.