Vom 10. bis 13. September traf sich in Zeiskam die deutsche Nachwuchsspitze im Dressur- und Springsport zu den Deutschen Jugendmeisterschaften 2026. In den Altersklassen Pony, Children, Junioren und Junge Reiter wurden die Deutschen Meistertitel vergeben. Im Dressursport wurde zudem das Bundesnachwuchschampionat Dressur ausgetragen.

Auch Sachsen war mit einem zahlenmäßig und sportlich starken Aufgebot vertreten. Die jungen Reiterinnen und Reiter stellten sich in den verschiedenen Altersklassen den anspruchsvollen Prüfungen und dem Vergleich mit der deutschen Nachwuchsspitze. Vor Ort wurden die sächsischen Nachwuchsreiter von Mannschaftsführer und Landestrainer Manfred Kröber begleitet und unterstützt, die Dressurreiterinnen von Kathrin Müller betreut.

In den Meisterschaftsprüfungen mussten zunächst jeweils die ersten beiden Wertungsprüfungen absolviert werden. Die besten Paare qualifizierten sich anschließend für die dritte Wertungsprüfung und damit die endgültige Meisterschaftsentscheidung.

SPRINGEN

JUNIOREN: Lea Hohmann Zwölfte der DJM, Antonia Häsler mit solider Auftaktrunde

Bei den Junioren U18 sorgte Lea Hohmann mit Daghestani vom PSV Leisnig für das beste sächsische Springresultat im Feld der 60 Juniorenpaare.

In der ersten Wertungsprüfung, einer Zeitspringprüfung über 140 Zentimeter, erritt sich das Paar einen Platz im Mittelfeld. In der zweiten Wertungsprüfung über 140 Zentimeter gelang Lea mit Daghestani dann eine fehlerfreie Runde und Platz 14. Mit diesem Ergebnis qualifizierte sich das Paar für die dritte Wertungsprüfung und gehörte damit zu den besten 30 Junioren. In der finalen Prüfung über 145 Zentimeter und mit zwei Umläufen kamen in dem sehr schweren Parcours in Summe acht Strafpunkte zusammen. Damit beendeten Lea Hohmann und Daghestani die 3. Wertungsprüfung auf einem hervorragenden 12. Platz und durften sich auch in der Gesamtwertung der Deutschen Jugendmeisterschaft über einen herausragenden 12. Platz der 60 angetretenen Junioren freuen.

Auch die sehr routinierte Antonia Häsler vom Reitverein H&K Sportpferde startete mit Clarissa T 3 bei den Junioren. Nach einer soliden Runde mit unglücklichen Stangen am ersten Sprung sowie in der Distanz der ersten Wertung verließ das Paar das Glück in der zweiten Wertung vollends. Nach einem glücklicherweise glimpflich verlaufenen Sturz am Wassergraben schieden die beiden in der schweren Prüfung aus. Ein Finaleinzug gelang damit leider nicht.

CHILDREN: Milena Müller gelingt Finaleinzug, Benno Schlegel mit starken Runden

Bei den Children U14 waren Milena Müller mit Freixenet vom Reitverein H&K Sportpferde und Benno Schlegel mit Little Maggie vom RV Hohburger Schweiz für Sachsen am Start.

Die Nationenpreiserfahrene Milena gelang mit Freixenet bereits in der ersten Wertungsprüfung ein Null-Fehlerritt. Mit einer Zeit von 71,21 Sekunden konnte sich das talentierte Paar dabei über eine der drei sächsischen Platzierung im Springen auf Platz 13 freuen. Auch in der zweiten Wertungsprüfung präsentierten sich die beiden mit einer guten Runde mit lediglich vier Strafpunkten. Mit dieser konstanten Leistung qualifizierten sich Milena und der erst siebenjährige Freixenet für die finale Wertungsprüfung der besten 22 Paare. Im Parcours der dritten Wertungsprüfung merkte man insbesondere dem jungen Pferd die langen und schweren Parcours und die imposante Championatsveranstaltung an und so kamen im ersten und zweiten Umlauf jeweils zwölf Strafpunkte zusammen. In der abschließenden DJM-Gesamtwertung bedeutete dies Rang 20 für das noch sehr junge Paar.

Auch das Hohburger Paar Benno Schlegel und Little Maggie, aus der Zucht seines Vaters und Trainers Carsten Schoechert, präsentierten sich stark in ihrer ersten Deutschen Meisterschaft. Nach tollen Runden, bei denen jeweils nur eine Stange fiel, erreichte das engagierte sächsische Paar ganz knapp die finale 3. Wertungsprüfung nicht. In der DJM-Gesamtwertung wurden die beiden 25te.

PONY: Lena Merx mit unglücklichem Championatsverlauf

Bei den Ponyreitern U16 ging Lena Merx mit Dillon vom PSV Am Burgunderteich hochmotiviert an den Start.

In der ersten Wertungsprüfung über 125 Zentimeter kam das Paar nach einem unglücklichen Stehenbleiber mit drei Strafpunkten ins Ziel. In der zweiten Wertung folgte dann leider ein deutlicher Rückschlag, da Lena von ihrem Pony stürzte. Zwar konnten sich die beiden für die finale dritte Wertungsprüfung qualifizieren, gingen dort aber – auch im Hinblick auf das am darauffolgenden Wochenende anstehende Finale der bundesweiten Horst-Gebers-Tour – nicht mehr an den Start. Mit den 100 Strafpunkten aufgrund des Ausscheidens, beendete das sympathische Paar in der DJM-Gesamtwertung leider nur auf Rang 20.

JUNGE REITER: Anastasia Gaitanides und Anna Ebert mit routinierten Runden

Bei den Jungen Reitern U21 vertraten die beiden Mitglieder des Deutschen Junge-Reiter-Gold-Teams beim Nationenpreisturnier Ende Mai im polnischen Jaszkow – Anastasia Gaitanides mit Cool Limit RN vom Börlner PSV 99 und Anna Ebert mit Clarimo’s Girl vom PSZ Ursprung – die sächsischen Farben.

Eine Zeitspringprüfung über 140 cm bot als erste Wertungsprüfung den Einstieg in die DJM für die 33 Paare der U21-Konkurrenz. Anastasia und Cool Limit RN starteten mit einer routinierten aber leider nicht fehlerfreien Runde und Rang in der zweiten Hälfte des Feldes in die Meisterschaft. In der zweiten Wertungsprüfung begann das sympathische Paar erneut souverän, allerdings passte eine Distanz nicht optimal, so dass Cool Limit stoppte und Anastasia dabei aus dem Sattel kam und somit ausschied.

Leider konnten auch Anna Ebert und Clarimo’s Girl ihre Vermögen nicht vollumfänglich präsentieren, so dass sowohl in der ersten als auch der zweiten Prüfung Stangen fielen. In der ersten Wertung noch im dritten Viertel rangierend, fielen in der zweiten Prüfung dann auf der letzten Linie gleich drei Stangen. Damit zog leider auch dieses sächsische U21-Paar nicht ins Finale ein.

DRESSUR

PONY: Larissa Weber steigert sich in der zweiten Wertung deutlich

In der Pony-Dressur vertrat Larissa Weber mit Stienbüschen Nanchino vom RFSG Lgl.-Niedersteinbach die sächsischen Farben bei ihrer zweiten Deutschen Jugendmeisterschaft.

Nach einem nicht ganz gelungenen Auftakt zeigte das Paar in der zweiten Wertungsprüfung eine deutlich bessere Leistung und erreichte 66,15 Prozent. „Nach dem etwas holprigen ersten Tag, an dem ich einfach nicht so gut geritten bin, war ich umso glücklicher, dass wir uns noch einmal sammeln konnten“, blickt Larissa auf das Turnier zurück.

Für die junge Reiterin war die DJM vor allem eine weitere wichtige Erfahrung auf ihrem sportlichen Weg. „Ich bin stolz auf mein Pony und darauf, dass wir auch nach Rückschlägen nicht den Kopf in den Sand stecken. Genau solche Erfahrungen bringen einen im Sport weiter – auch wenn man beim nächsten Mal vielleicht gerne auf den kleinen Umweg verzichten würde.“

In der DJM-Gesamtwertung belegten Larissa Weber und Stienbüschen Nanchino Rang 32.

JUNIOREN: Therese Billig mit technisch starken Runden

Nach einer sehr starken Saison hatten bei den Junioren U18 Therese Billig und Faro Shen von der Reit- und Turniergemeinschaft Gut Grassdorf eine Nominierung für die DJM erhalten.

Leider zeigte sich der Wallach in der ersten Wertungsprüfung von der Kulisse des Dressurvierecks beeindruckt, was sich in der Bewertung niederschlug. Da konnte auch Thereses sehr gutes Reiten und ihre technisch sehr gute Ausführung nur wenig Punkte herausreiten.

Leider gelang auch die zweite Prüfung nicht wie gewohnt, da der Routinier seiner Reiterin einen Galoppwechsel vorwegnahm – und das ausgerechnet an einer sehr ungünstigen Stelle. Der Fehler kostete das Paar viele Punkte. Zwar fiel die Benotung der Richter zwar gegenüber der ersten Prüfung höher aus, doch in dem ausgesprochen leistungsstarken Teilnehmerfeld der DJM ließ dies keine Platzierung oder Einzug ins Finale der besten zwölf Paaren zu.

Mit der Leistung des engagierten Paares zeigen sich Therese und ihre Mutter Dr. Uta Billig dennoch sehr zufrieden. Therese ritt beide Prüfungen technisch sehr sauber und konnte ihre reiterliche Klasse auch auf dem großen DJM-Parkett unter Beweis stellen. In Summe zeigte das Paar eine solide Leistung.

In der DJM-Gesamtwertung belegten Therese Billig und Faro Shen Rang 26.

BUNDESNACHWUCHSCHAMPIONAT: Melia Untenzu mit persönlichem Best-Ergebnis

Im Bundesnachwuchschampionat Dressur, dem Liselott-Rheinberger-Nachwuchsförderpreis, ging Melia Untenzu mit Der Goldschatz von der RG Grünberghof für Sachsen an den Start. Für die junge Sächsin war die Teilnahme in Zeiskam bereits ein besonderer Erfolg: Erst im August hatte sie sich über den Sichtungslehrgang in Warendorf für den Start beim Bundesnachwuchschampionat qualifiziert.

In der ersten Prüfung zeigten Melia und Der Goldschatz eine schöne und ansprechende Runde, bei der allerdings noch die ganz besonderen Highlights fehlten und die Richter dies mit 72,48 Prozent bewerteten.

Am Samstag galt es zu glänzen, denn die technisch die anspruchsvollste Aufgabe der Children-Tour stand an. Das gelang und Melia und ihr „Goldi“ zeigten eine besonders starke Leistung und erreichte mit 77,50 Prozent „personal-Best“-Ergebnis. Gleichzeitig wurde richtig spannend, denn bis zur letzten Starterin war das sächsische Paar noch in der Platzierung. Leider erritt die letzte Reiterin doch noch 0,1 Prozent mehr und verdrängte Melia damit hauchdünn aus den Schleifenrängen.

Auch wenn es damit denkbar knapp nicht für eine Platzierung reichte, war die Freude über die Leistung groß. „Wir sind wahnsinnig stolz auf die Beiden!“, resümieren Mama Sara Nebauer und Papa Matthias Schneider.

In der Endrangierung belegten Melia Untenzu und Der Goldschatz Rang 14 im Bundesnachwuchschampionat.

JUNGE REITER: Johanna Bubeck nominiert

Für die Jungen Reiter war Johanna Bubeck mit Da Vinci Code nominiert, leider war die Stute nicht fit, so dass das Paar die Reise nach Zeiskam nicht antrat.

Sächsischer Nachwuchs stellt sich der deutschen Spitze

Die Deutschen Jugendmeisterschaften in Zeiskam boten dem sächsischen Nachwuchs erneut eine wichtige Plattform, um sich mit den besten jungen Reiterinnen und Reitern Deutschlands zu messen.

Besonders erfreulich waren aus sächsischer Sicht die starken Leistungen und wertvollen Erfahrungen, die der Nachwuchs in den verschiedenen Altersklassen sammeln konnte. Von guten Auftaktrunden und Finaleinzügen bis hin zu persönlichen Bestleistungen und einem hervorragenden zwölften Platz bei den Junioren zeigten die sächsischen Reiterinnen und Reiter, dass sie sich auch auf nationaler Championatsebene erfolgreich mit der deutschen Nachwuchsspitze messen können. Auch wenn nicht alle Paare den Einzug in die Finalprüfungen schafften, nehmen sie viele wichtige Erfahrungen aus Zeiskam mit.

Auch wenn nicht alle sächsischen Paare einen Platz in den Finalen Prüfungen erreiten konnten, sammelten sie in Zeiskam wertvolle Erfahrungen auf nationaler Championatsebene und stellten sich den anspruchsvollen Prüfungen in großen und leistungsstarken Starterfeldern.

Wir gratulieren allen sächsischen Nachwuchsreiterinnen und -reitern, ihren Pferden und Ponys sowie den Eltern, Trainern und Teams hinter den Paaren herzlich zu ihren Auftritten in Zeiskam.

Ein besonderer Dank gilt Mannschaftsführer und Landestrainer Manfred Kröber sowie Dressurbetreuerin Kathrin Müller für die Betreuung und Unterstützung vor Ort.

Herzlichen Glückwunsch an unser sächsisches Nachwuchsteam! 🐴🏆💚