Vom 11. bis 13. September wurden in Langenhagen-Twenge die Deutsche Amateurmeisterschaft und das Deutsche Amateurchampionat Vielseitigkeit ausgetragen. Mit dabei auch ein sächsisches Paar, das im CCI2*-S um einen Platz im Amateurchampionat kämpfte: Oliver Besecke aus Markersdorf und sein neunjähriger DSP-Wallach Nostradamus P. Nach einer starken Aufholjagd galoppierten die beiden auf den Bronzerang.

Langenhagen und das Deutsche Amateurchampionat hatte Oliver Besecke bereits seit längerem als sportlichen Höhepunkt der Saison 2026 im Visier. Umso größer war die Enttäuschung, als die begrenzten Startplätze innerhalb von gerade einmal zwölf Stunden vergeben waren. Besecke ließ jedoch nicht locker und wandte sich an die Meldestelle. Mit Erfolg: Der Veranstalter richtete eine weitere Abteilung des Amateurchampionats ein und ermöglichte damit weiteren Reiterinnen und Reitern den Start.

Für Oliver Besecke und seinen „Nemo“ begann das Turnier am Freitagmorgen mit der Dressur. Mit 37,4 Minuspunkten blieb das Paar zunächst hinter den eigenen Erwartungen und rangierte auf Platz zwölf. Aber zwei Teilprüfungen sollten noch kommen und so richtete sich der Blick auf das Gelände und der Tag wurde für eine intensive Streckenbesichtigung und -analyse der verschiedenen Linien und Möglichkeiten genutzt, um auf dem anspruchsvollen Kurs Zeit zu sparen. Dafür wurde der Cross gleich mehrfach per Fahrrad abgefahren.

Auch im Springen präsentierte sich das Paar am Samstagvormittag in gutem Rhythmus. Der technisch anspruchsvolle Parcours mit zahlreichen Wendungen und Distanzen stellte einige Herausforderungen. Bis auf einen Abwurf am Aussprung einer Kombination gelang den beiden mit ihrer Runde vieles nach Plan. Am Zwischenstand änderte sich damit wenig: 41,4 Minuspunkte ergab weiterhin Rang zwölf vor dem entscheidenden Geländeritt.

Im Gelände zeigte sich dann die Stärke des sächsischen Paares. Nostradamus P fand von Beginn an einen hervorragenden Rhythmus und galoppierte hochkonzentriert und sicher durch den Kurs. Die zuvor akribisch geplanten Linien gingen auf. „Jede Linie, die ich schon fünfmal ohne ihn für mich festgelegt hatte, trafen wir perfekt“, berichtet Besecke. Das Paar blieb ohne Hindernisfehler und kam mit einer Zeit von 5:41 Minuten sogar rund fünf Sekunden unter der erlaubten Bestzeit von 5:46 ins Ziel.
Damit gelang die entscheidende Aufholjagd: Vom zwölften Rang nach Dressur und Springen ging es noch bis auf Platz drei des Deutschen Amateurchampionats. Mit 41,4 Minuspunkten sicherten sich Oliver Besecke und Nostradamus P die Bronzemedaille.

Dass es tatsächlich für einen Podestplatz gereicht hatte, erfuhr Besecke erst einige Zeit nach dem Ritt. Während er sich noch um seinen „Nemo“ kümmerte, kam der Anruf der Meldestelle: „Bitte mit Reitsachen um 15 Uhr auf dem Reitplatz erscheinen, du kommst mit aufs Podium.“ Die Freude über die unerwartete Medaille war entsprechend groß.

In der offenen Wertung des CCI2*-S belegten Oliver Besecke und Nostradamus P unter 86 gestarteten Paaren Platz 33.

Für den sächsischen Reiter wurde das Turnier damit zum gelungenen Saisonhöhepunkt – und zu einer besonderen Geschichte: Was zunächst beinahe an den schnell vergebenen Startplätzen gescheitert wäre, endete nach einer starken Geländerunde mit Bronze beim Deutschen Amateurchampionat.