Vom 14. bis 17. Mai wurde in Hamburg erneut das traditionsreiche Deutsche Spring- und Dressurderby ausgetragen. Neben dem legendären Springderby standen internationaler Springsport bis CSI5* sowie hochklassige Dressurprüfungen auf dem Programm. Auch zahlreiche sächsische Reiterinnen und Reiter nutzten die besondere Atmosphäre des Turniers für starke Auftritte.

Springen

Für Marvin Jüngel vom RV Rothenburg gehört Hamburg inzwischen fest zum Turnierkalender. Neben seiner erfahrenen Derbystute Balou’s Erbin OLD brachte er erstmals den neunjährigen Don Corleone Z mit an den Start. Mit diesem gelang ihm in der ersten Qualifikation direkt ein erfolgreicher Auftakt: Eine fehlerfreie Runde bedeutete Platz fünf. Balou’s Erbin OLD setzte Jüngel gezielt erst in der zweiten Qualifikation ein – ebenfalls mit Erfolg. Mit einer weiteren Nullrunde sicherte sich das Paar Rang sechs und damit souverän die Qualifikation für den Derbysonntag. Auch Don Corleone Z qualifizierte sich trotz eines Flüchtigkeitsfehlers für das Finale.

Ebenfalls stark präsentierte sich Felix Wassenberg vom RSC Zur Hohen Reuth e. V. Mit seinen beiden Pferden Elegant de l’Ile und Diamaro gelang ihm erneut der Sprung ins Derbyfinale. Besonders mit seiner erfahrenen Fuchsstute Elegant de l’Ile überzeugte er bereits in der ersten Qualifikation mit einer schnellen Nullrunde und Rang vier. In der zweiten Qualifikation blieb er zudem mit Diamaro fehlerfrei und hatte damit gleich zwei Pferde für den Sonntag qualifiziert.

Auch Manuel Prause aus Löbnitz stellte sich in diesem Jahr erstmals der Herausforderung des Hamburger Derbys. Mit dem zehnjährigen Charli B zeigte er in der ersten Qualifikation mit nur einem Fehler eine vielversprechende Runde. In der zweiten Qualifikation wurde jedoch der berühmte Wall zur entscheidenden Schwierigkeit: Dem großrahmigen Wallach fehlte etwas das Vertrauen beim Absprung hinunter. Dennoch sammelte das Paar wichtige Erfahrungen auf höchstem Niveau.

Am Derbysonntag lag die Aufmerksamkeit besonders auf den sächsischen Startern. Felix Wassenberg eröffnete mit der inzwischen 17-jährigen Elegant de l’Ile den Parcours und meisterte die anspruchsvolle Strecke souverän. Mit zwölf Fehlerpunkten belegte das Paar am Ende einen starken 14. Platz.

Große Erwartungen begleiteten anschließend Marvin Jüngel und Balou’s Erbin OLD. Die beiden gelten längst als Publikumslieblinge in Hamburg. Ein Fehler im Wassergraben verhinderte zwar frühzeitig alle Siegchancen, dennoch bewältigte die erfahrene Stute die großen Derbyhindernisse wie Wall und Bahnschranken erneut beeindruckend sicher. Mit insgesamt acht Fehlerpunkten zeigte das Paar einmal mehr seine Klasse im schwersten Parcours der Welt.

Auch im beliebten Speed Derby konnten die Sachsen überzeugen. Felix Wassenberg sicherte sich mit Diamaro und einer schnellen Nullrunde den hervorragenden dritten Platz. Marvin Jüngel blieb mit Don Corleone Z ebenfalls fehlerfrei und belegte Rang sechs.

Darüber hinaus waren beide Reiter auch in weiteren Touren erfolgreich. Marvin Jüngel platzierte sich mit Lightness T in der Youngster Tour auf Rang sechs und erreichte mit Claus CM in der Classic Tour einen neunten Platz. Felix Wassenberg konnte mit Qualitiy Lady in der Youngster Tour Platz vier sowie Rang acht im Finale erzielen. Manuel Prause war zusätzlich mit Cadillac in der Classic Tour am Start.

Dressur

Auch in den Dressurprüfungen waren sächsische Paare vertreten. Tina Kage aus Görlitz ging mit ihrer DSP Future Girl in den Qualifikationen zum renommierten Louisdor-Preis an den Start. In der Intermediaire II erreichte das Paar mit 64,237 Prozent Rang elf. Im anschließenden Grand Prix belegten die beiden Platz zehn.

Johanna Bubeck vom PS International Tannehof Neu Krauscha e. V. vertrat Sachsen in der CDI1*-Tour. Gemeinsam mit Da Vinci Code zeigte sie im Prix St. Georges eine solide Vorstellung und platzierte sich mit 64,657 Prozent im Mittelfeld der internationalen Konkurrenz.

Ein weiteres Highlight war das Deutsche Pony-Dressur-Derby, bei dem Larissa Weber mit ihrem Pony Stienbüschen Nanchino antrat. In der ersten Prüfung erreichte das Paar trotz eines kurzen Schreckmoments einen starken siebten Platz. In der zweiten Prüfung zeigte das Duo zwar eine technisch saubere Leistung, konnte jedoch nicht vollständig zur gewohnten Ruhe finden. Dennoch war der Start bei einem der traditionsreichsten Turniere Deutschlands eine wertvolle Erfahrung für das Nachwuchspaar.