Neun Tage Ausnahmezustand für den deutschen Westernreitsport: Wenn sich im ostbayerischen Kreuth die besten Reiterinnen und Reiter des Landes zur German Open treffen, geht es um weit mehr als Schleifen und Pokale. Über 2.000 Starts, hochklassiger Sport und unzählige Gänsehautmomente machen die Deutsche Meisterschaft der Ersten Westernreiter Union (EWU) jedes Jahr zum Höhepunkt der Turniersaison. So auch in diesem Jahr vom 11. bis 19. September. Mit dabei auch Westernreiter aus Sachsen die gleich vier Titel und weitere Plätze in den Top-Ten mit zurück in den Freistaat brachten.
Ob rasante Reining-Manöver, anspruchsvolle Trail-Parcours, stilvolle Horsemanship-Prüfungen oder die vielseitige Ranch Riding – Western ist eine Reitsportdisziplin, die so viele unterschiedliche Anforderungen an Pferd und Reiter vereint. Gefragt sind Präzision, Vertrauen und feine Kommunikation. Der Einzug ins Finale der German Open ist bereits ein großer Erfolg, denn dort entscheiden gleich fünf Richterinnen und Richter über die Vergabe der Deutschen Meistertitel, während in den Vorläufen drei Richter werten.
Mit sechs Jugendlichen und zwölf Erwachsenen war Sachsen bei der diesjährigen German Open vertreten – und die Bilanz kann sich sehen lassen: Vier Deutsche Vizemeistertitel sowie zahlreiche weitere Top-Ten-Platzierungen sprechen für die kontinuierlich starke Entwicklung des Westernreitsports im Freistaat.
Zu den erfolgreichsten sächsischen Teilnehmerinnen gehörte Jennifer Birke mit ihrer Stute Amazingly Blues. Das harmonische Paar überzeugte in gleich mehreren Disziplinen und durfte sich über zwei Deutsche Vizemeistertitel freuen. Sowohl im Senior Trail als auch in der Western Horsemanship fehlte nur ein kleiner Schritt zum Meistertitel. Mit einem vierten Platz in der Senior Western Riding rundeten die beiden ihre beeindruckende Turnierwoche ab und zählten damit zu den konstant stärksten Paaren der Meisterschaft.
Spannender hätte es für Katja Modes und Smokin Like Flinn kaum laufen können. In der Youngstars Reining der sechsjährigen Pferde erzielte das Paar exakt dieselbe Punktzahl wie die späteren Sieger. Erst das Tie-Richter-Ergebnis entschied über Gold und Silber. Mit Rang zehn in der Youngstars Challenge bestätigten die beiden zudem die Qualität ihres Nachwuchspferdes.
Ebenfalls Grund zur Freude hatte Nancy Großer mit SL Wildnightintown. Nach Platz vier in der Youngstars Reining der sechsjährigen Pferde und Rang sechs in der Youngstars Challenge sicherte sich das Duo den Deutschen Vizemeistertitel in der Junior Ranch Riding.
Auch der sächsische Nachwuchs wusste zu überzeugen. Lia Lesch und Steppin Out In Crome ritten mit einer starken Leistung zu Silber in der Reining der Jugendlichen und erreichten zusätzlich Platz neun in der Jugend Ranch Riding. Lea-Marie Thiel und SB Togun Rose belegten in der Reining einen hervorragenden siebten Platz. Mila Zschörper und GM Painted Yuma Music komplettierten den Lauf der guten Ergebnisse mit Rang zwölf in der Jugend Western Horsemanship.
Ein besonderes Highlight der German Open ist traditionell der Mannschaftstag. Am 16. September traten die Landesverbände in fünf Disziplinen gegeneinander an und kämpften gemeinsam um den Mannschaftstitel. Die sächsische Jugendmannschaft zeigte dabei großen Teamgeist und wurde mit einem starken sechsten Platz belohnt. Bei den Erwachsenen wollte an diesem Tag hingegen nicht alles zusammenpassen. Es reichte am Ende nur für Rang zwölf – auch das gehört zum Sport.
Die German Open 2026 hat einmal mehr gezeigt, dass Sachsen im deutschen Westernreitsport hervorragend vertreten ist. Hinter den Erfolgen stehen nicht nur talentierte Reiterinnen und Reiter, sondern ebenso engagierte Trainer, Besitzer, Familien und natürlich die Pferde, die mit Leistungsbereitschaft und Vertrauen Höchstleistungen ermöglichen.
Herzlichen Glückwunsch an alle Platzierten und Finalteilnehmerinnen! Der Landesverband Sachsen wünscht eine ruhige und gesunde Off-Season und freut sich schon jetzt auf ein Wiedersehen zur nächsten Saison.
Text: Jule Stiebritz / EWU Sachsen