Vom 16. bis 19. April 2026 fand im französischen Compiègne ein internationales Jugendspringturnier inklusive Nationenpreis statt. Mit dabei war auch die sächsische Pferdesportlerin Milena Müller. Neben ihrem Erfolgspferd Dialinta Blue ging sie zudem mit Freixenet an den Start.

Die sächsische Landeskaderreiterin wurde vom Bundestrainer für die Teilnahme nominiert und vertrat Deutschland als Einzelreiterin in der Altersklasse Children U14. Nach der Abreise am Dienstagabend gegen 17 Uhr vom Heimatstall in Lichtenau trafen Reiterinnen, Pferde, Eltern und Trainer René Köhler am Mittwochmorgen gegen 9 Uhr wohlbehalten auf der Pferdesportanlage in Compiègne ein.

Für René Köhler war das Turnier beinahe ein Heimspiel: Bereits zum fünften Mal begleitet er eine Reiterin auf diesem Niveau und führt sie durch gezieltes, nachhaltiges Training bis auf internationales Nationenpreisniveau.

Am Donnerstag standen die ersten Prüfungen für Milena und ihre beiden Stuten auf dem Programm. Im Auftaktspringen, einem Fehler-Zeit-Springen über 115 cm, gelang Milena mit Dialinta Blue ein Einstand nach Maß: Mit einer souveränen Nullrunde sicherte sich das Paar Platz acht. Im anschließenden Springen über 120 cm unterliefen Milena und Freixenet auf der letzten Linie nach dem Wasserhindernis zwei unglückliche Fehler. Die Stute wurde etwas stark, und Milena konnte sie nicht schnell genug wieder aufnehmen. Dennoch zeigten sich Bundestrainer und Heimtrainer René Köhler zufrieden und optimistisch für die kommenden Tage.

Am Freitag folgte ein Zwei-Phasen-Springen über 120 cm mit Dialinta Blue. Unter den aufmerksamen Blicken beider Trainer absolvierte das Paar den anspruchsvollen Parcours überzeugend, musste jedoch einen Fehler hinnehmen.

Der Samstag brachte Milenas bislang größte Bewährungsprobe: Mit Freixenet ging sie am späten Nachmittag im Nationenpreis über 125 cm an den Start. Als Einzelreiterin bei ihrem ersten internationalen Einsatz für Deutschland war die Anspannung groß. Nach einem Unachtsamkeitsfehler kam es zu weiteren Folgefehlern, sodass letztlich keine zählbare Wertung zustande kam.

Auch das deutsche U14-Team mit Lynn De Jong, Bellaluna Maria Resnick, Stella Marleen Ahlborn und Frieda Louise Riedel hatte im Nationenpreis nicht das nötige Glück. Lediglich Frieda Louise Riedel blieb in beiden Umläufen fehlerfrei, sodass am Ende Rang sechs für Deutschland zu Buche stand.

Am Sonntag wurden die Karten neu gemischt: Im Großen Preis über 125 cm zeigte Milena mit der erfahrenen Dialinta Blue eine harmonische, schnelle und fehlerfreie Runde und qualifizierte sich damit für das Stechen. Dort fiel zwar gleich am ersten Sprung eine Stange, dennoch überzeugte das Paar mit einer starken Zeit – ohne Fehler wäre Platz sechs möglich gewesen. Mit Freixenet ging Milena zudem in einem Zwei-Phasen-Springen über 120 cm an den Start, blieb jedoch auch hier nicht fehlerfrei.

Sowohl Bundestrainer Eberhardt Seemann als auch Heimtrainer René Köhler zeigten sich sehr zufrieden mit den Leistungen der 13-Jährigen bei ihrer internationalen Premiere. Auch Milena selbst zieht ein positives Fazit:

„Es war mir eine Ehre und große Freude, als eine von sechs U14-Reitern für Deutschland bei einem Nationenpreisturnier an den Start zu gehen. Ohne meinen Trainer René Köhler, der mich sowohl zuhause als auch auf dem Turnier begleitet hat, hätte ich es nicht hierhin geschafft. Mit ihm an meiner Seite kann ich die gesammelten Erfahrungen auswerten und am kommenden Wochenende beim Nationenpreisturnier in Zduchovice noch besser umsetzen.“

Weitere Nationenpreise
Im Nationenpreis der Junioren U18 siegte Team Deutschland mit Ava Ferch, Lennard Tillmann, Victoria Schumacher und Brianne Beerbaum vor Irland und Schweden. Die Entscheidung musste in einem Stechen fallen, da sowohl das deutsche als auch das irische Team die beiden Umläufe blütenweißer Weste absolvierte. Große Freude für Bundestrainer Eberhard Seemann.

Auch der Bundestrainer Peter Teeuwen hatte allen Grund zur Freude, den bei den Jungen Reitern gab es Silber für Team Deutschland. Das deutsche U21-Team mit Emile Baurand, Ben Heckmann, Fabio Thielen und Romy Rosalie Tietje lag nach dem ersten Umlauf gemeinsam mit Belgien und der Schweiz auf Platz drei hinter Irland und Gastgeber Frankreich. Im zweiten Umlauf kämpften sich die deutschen dann mit 3x Null auf den Silberrang vor, hinter Irland und vor den Belgiern.

Im Nationenpreis der Ponys blieb das deutsche Team mit Mia Tappe, Marlene Richter, Frieda Louise Riedel und Emma Hertz-Eichenrode leider ohne Wertung.