Beim internationalen CSIO im tschechischen Zduchovice vom 22. bis 26. April präsentierten sich die sächsischen U14-Reiterinnen Milena Müller und Johanna Martha Liebergeld als Teil der deutschen Equipe in beeindruckender Form. Die beiden Landeskaderreiterinnen wurden vom Bundestrainer für die Teilnahme nominiert und sorgten mit zahlreichen Top-Platzierungen für ein rundum erfolgreiches Wochenende.

Bereits am Donnerstag gelang den beiden ein Auftakt nach Maß im Einlaufspringen über 1,20 Meter: Milena Müller sicherte sich mit Dialinta Blue und einer schnellen Nullrunde Rang zwei – weniger als eine Sekunde trennte sie vom Sieg. Auch Johanna Liebergeld zeigte eine starke Leistung und belegte mit Rocky Rocks Forever Platz fünf sowie mit Landolin Rang zehn. Milena blieb zudem mit ihrem zweiten Pferd Freixenet ebenfalls fehlerfrei und unterstrich damit die sehr gute Form der Reiterinnen.

Am Freitag legte Johanna im Nationenpreis der Einzelreiter über 1,25 Meter nach und ritt mit Landolin erneut eine schnelle Nullrunde, die ihr den zweiten Platz einbrachte. Milena musste mit Dialinta Blue einen Abwurf hinnehmen und wurde Zehnte.

Am Samstag knüpfte Johanna nahtlos an ihre Leistungen an und sicherte sich im Zwei-Phasen-Springen (Spezial) über 1,25 Meter mit Rocky erneut Rang zwei – denkbar knapp geschlagen, nur 0,09 Sekunden fehlten zum Sieg. „Zwar null und richtig schnell, aber in einer Wendung ein Galoppsprung zu viel – das ist die entscheidende Sekunde“, resümierte die 13-jährige Reiterin, die bereits zum dritten Mal in der deutschen Equipe in Zduchovice dabei war. Für Milena verlief der Tag mit Freixenet etwas unglücklich: Das noch junge Paar, das erst zum zweiten Mal auf internationalem Parkett startete, präsentierte sich zwar souverän, doch eine gefallene Stange in der ersten Phase verhinderte eine weitere Top-Platzierung.

Der abschließende Grand Prix am Sonntag bot noch einmal Spannung pur. Beide sächsischen Reiterinnen überzeugten im ersten Umlauf mit fehlerfreien Runden und qualifizierten sich souverän für die zweite Runde. Dort schlichen sich jedoch kleinere Fehler ein, sodass die erstmals in Zduchovice startende Milena Müller am Ende Rang 15 und die Johanna Martha Liebergeld Rang 17 im stark besetzten internationalen Teilnehmerfeld belegten. Bundestrainer Herr Seemann bestätigte erneut, dass Herr René Köhler das Talent besitzt, Kinder korrekt in den Sattel zu setzen, sie zu unterstützen und zu betreuen sowie sie für die Teilnahme an solchen Events zu managen.  

 

Das Wochenende zeigte eindrucksvoll, welches Potenzial in den beiden sächsischen Nachwuchsreiterinnen und deren Pferden steckt. Mit ihrer Konstanz haben sie sich auch aus Sicht des Bundestrainers empfohlen. Wenn sich ihre sportliche Entwicklung in dieser Form fortsetzt, werden die beiden wohl nicht zum letzten Mal im deutschen Team auf internationalem Parkett zu sehen gewesen sein.

Ein weiterer bekannter Name aus Sachsen sorgte ebenfalls für Aufsehen: Rassina-M – ausgebildet und viele Jahre erfolgreich vorgestellt durch die ehemalige sächsische Kaderreiterin Theres Ranft. Die auffällige DSP Schimmelstute, gezogen von Andreas Michaelis für Sachsen-Thüringen und mittlerweile im Besitz der Max Kühner Sporthorses, wird seit diesem Jahr von Grace Isabell Kühner geritten. Das Paar ging ebenfalls in der deutschen U14-Equipe an den Start und wusste am Wochenende mehrfach zu überzeugen. Unter anderem belegten sie den zweiten Platz im Grand Prix der Children am Sonntag.

Insgesamt war das Turnier in Zduchovice für den sächsischen Pferdesport ein voller Erfolg – geprägt von konstant starken Runden, mehreren Podestplätzen und wertvollen internationalen Erfahrungen.

Mehrfach Edelmetall für die Deutschen Teams in den Nationenpreisen
Beinahe hätte der Nationenpreis-Tag beim CSIO Youth im tschechischen Zduchovice sogar mit einem Sieg für Team Deutschland begonnen. Bundestrainer Eberhard Seemann hatte bei den Children Mila Osing, Greta Stolte-Greskamp, Angelina Zweig und Grace Isabelle Kühner auf der aus sächsischer Zucht und Ausbildung stammenden Rassina-M in den 1,25m Parcours geschickt. Nach Abzug der Streichergebnisse kam das Quartett aus den beiden Runden mit strahlend weißer Weste heraus. Null Punkte auf dem Score – das bedeutete ein Stechen um den Sieg gegen die ebenfalls fehlerfreien polnischen Children. Diesmal blieb nur bei den Polen jede Stange in ihren Auflagen – wie auch bei Mila Osing. Aber weil auf der Jagd nach der Bestzeit sowohl bei Grace Isabelle Kühner als auch bei Greta Stolte-Greskamp ein Hindernisfehler passierte, wurde es bei der Siegerehrung Silber für Team Deutschland hinter Polen und vor dem ungarischen Quartett.

Anschließend, im Nationenpreis der Junioren, fiel die Entscheidung nach den zwei Umläufen ohne Stechen – und wieder hieß die Reihenfolge: Gold für Polen, Silber für Team Deutschland – mit Jolie Marie Kühner, Lutz Gripshöver, June und Vieca Sofie Bade – und Bronze für Ungarn.

Als drittes Team gingen die Jungen Reiter in ihrem Nationenpreis an den Start – mit einem ungewöhnlichen Ergebnis. Nicht, weil zum dritten Mal der polnische Nachwuchs siegte, diesmal vor den gastgebenden Tschechen, sondern weil damit die Platzierung endete. Denn die zwei folgenden Teams aus Deutschland und Dänemark schieden aus, weil sie nicht mit den vorgeschriebenen mindestens drei Reitern irgendwie ins Ziel kamen. Team Deutschland hatte dabei das zusätzliche Problem, dass es von Anfang an nur aus drei Reitern bestand. Als also Startreiterin Charlotte Westphal mit Crescendo L ausgeschieden war, war auch für Paula Fischer auf Centenario und Hendrik Greve auf Cocochella die Teamwertung beendet.