Die sächsischen Voltigierier vom RVV Schenkenberg haben sich als Teil des deutschen Teams bei der Junior-Weltmeisterschaft am 30. Juli bis 3. August im österreichischen Stadl-Paura eindrucksvoll präsentiert. Mit Silber für das Schenkenberger Junior-Team, Einzel-Bronze für Lisa Marie Wagner bei den U21-Damen sowie Platz 13 für Jennifer Reichert im Feld der 56 Junior-Damen demonstrierten die sächs. Voltigiererinnen eindrucksvoll ihr internationales Niveau – und das, obwohl alle zum ersten Mal WM-Luft schnupperten.
WM Silber für das Juniorteam des RVV Schenkenberg
Im Starterfeld der zehn hochklassigen U18-Voltigiergruppen lag nach der Pflicht zunächst das Team aus Österreich knapp vor dem deutschen Team aus Schenkenberg. Doch mit einer harmonischen, präzisen geturnten ersten Kür auf dem 12-jährigen Wallach Samba’s Argument von Ka an der Longe von Peter Wagner konnten sich die Schenkenberger auf Platz eins nach vorn schieben. In einem spannenden Finaldurchgang mit einer erneut wunderschönen Kür der Deutschen entschieden letztendlich 0,024 Punkte über Gold und Silber. Das mit einem Durchschnittsalter von nur 13 Jahren sehr junge Team aus Schenkenberg, für das es in ihrer ersten Junior-Saison auch der erste Start auf einem Championat und dann auch gleich der WM war, durfte sich über WM-Silber mit einem Endresultat von 7,952 Zählern freuen. Die Goldmedaille ging an das österreichische Team Wildegg mit einer Wertnote von 7,976. Komplettiert wurde das Podium durch das Team aus Schweden mit 7,801 Pkt..
„Es ist jetzt noch unvorstellbar, dass wir dem Druck in dem Hexenkessel der österreichischen Fans standhalten konnten. Wir sind überglücklich mit der Silbermedaille“ sagte Julia Wagner, die Trainerin des Teams.
WM Bronze für Lisa Marie Wagner bei den U21-Damen
Bei den U21-Damen sorgte Lisa-Marie Wagner für eine kleine Sensation. Auf Cascais und an der Longe von Mama Katja Wagner lag sie mit einer sehr guten Pflicht zunächst auf Rang drei und fiel mit ihrem Technikprogramm, bei der sie im Aufbau zum Rückwärtsstehen kurz wackelte, mit etwas mehr als vier Zehnteln auf Platz fünf zurück. Nach einer Aufholjagd in der Kür, in der den Mitgereisten als auch Daheimgebliebenen der Atem stockte, kämpfte sie sich auf den Bronzerang vor und beschloss ihre erste WM mit 8,418 als Endergebnis. Die Sächsin zeigte die zweitbeste Darbietung des Tages, nur 0,006 Punkte hinter der späteren Siegerin Anna Weidenauer aus Österreich mit 8,438. Mit sauberer Ausführung und viel Ausdruck überzeugte die 20-Jährige erneut auf internationalem Parkett, nachdem sie bei der Europameisterschaft 2024 ebenfalls bereits Bronze gewonnen hatte.
Die Silbermedaille blieb ebenfalls in Österreich bei Liesas Freundin Leonie Koller aus Pill.
Platz 13 für Jennifer Reichert bei den Junior-Damen
Die deutschen Junior-Einzelvoltigiererinnen, von denen sich viele noch am Anfang ihrer Voltigierlaufbahn im Spitzensport befinden, präsentierten sich mit tollen Leistungen in einem hochklassig besetzten Teilnehmerfeld und konnten sich alle für das Finale qualifizierten.
Als beste Deutsche platzierte sich dabei, die auch im Schenkenberger Team aktive, Amari Santamaria Diaz auf dem fünften Rang. Auf Star Time W, longiert von Andrea Harwardt, zeigte die Bronzemedaillengewinnerin der EM 2024 drei saubere Runden und erreichte eine Endnote von 8,306 Punkten. Die Sächsin Jennifer Reichert, die bei der WM in Stadl Paura ebenfalls sowohl im Einzelwettbewerb als auch in der Schenkenberger Juniorgruppe an den Start ging, voltigierte auf Samor an der Longe von Katja Wagner und belegte mit einer Gesamtwertung von 7,725 einen wunderbaren Rang 13. Jenni musste als 2. Starterin schon am Mittwoch mit der Pflicht die Veranstaltung eröffnen, eine besonders schwere Aufgabe für die junge Dame. Ein kleiner Patzer in der Pflicht warf sie auf den 21. Platz zurück. Mit ihrer ersten Kür sicherte sie sich den letzten Finalplatz und erreichte dann am Samstag den 13. Platz. „Eine tolle Leistung“ vermerke Landestrainer Peter Wagner.
Den Titel bei den Juniordamen sicherte sich Josephine Vedel Sondergaard Nielsen aus Dänemark, knapp vor den Österreicherinnen Clara Ludwiczek und Fanny Seidl auf Silber und Bronze.
Begleitet wurden die Schenkenberger Voltigiererinnen, Pferde und Longenführer vom eingespielten Team mit Julia Sophie Wagner sowie Lena Handke und Jeanette Stelzer, die u.a. für das körperliche, aber auch mentale Training der Zwei- und Vierbeiner verantwortlich zeichnen.
Herzlichen Glückwunsch liebe Schenkenberger Voltis! Ganz Sachsen war es eine wirklich große Freunde Euch bei der WM in Gedanken, an den Bildschirmen oder vor Ort zu begleiten und zu sehen, dass sich ein harmonischer, freundlicher und immer sportlich fairer Umgang und spitzensportliche Erfolge durch hart erarbeitet Leistungen keinesfalls ausschließen, sondern genau das den Unterschied macht.
Wir gratulieren Euch von Herzen und wünschen euch allem voran eine gute Heimreise und weiterhin solch wunderbare Erfolge als Lohn für eure Engagement für den Voltigiersport! Ihr seid absolute Vorbilder und Wegbegleiter!
Einen ausführlichen Bericht mit weiteren Bildern lesen Sie in Ausgabe 09/2025 von „PFERDE in Mitteldeutschland“.