Rund 40 Teilnehmer kamen am Sonntag, 25. Oktober 2026, zum Nachwuchstreffen Vielseitigkeit des Landesverbandes Pferdesport Sachsen e. V. in der Neuen Reithalle des Landgestüts Moritzburg zusammen. Der Disziplinausschuss Vielseitigkeit des Landesverbands Pferdesport Sachsen hatte zum Saisonabschluss eingeladen, um auf die vergangene Turniersaison zurückzublicken, neue Impulse für die Winterarbeit zu geben und gemeinsam die sportlichen Ziele für 2027 in den Blick zu nehmen.

Eine Neuerung gab es in diesem Jahr bei der Zielgruppe: Neben den bereits bekannten Nachwuchsreitern waren ausdrücklich alle Jugendlichen eingeladen, die sich für die Vielseitigkeit interessieren oder einfach einmal in die Disziplin hineinschnuppern wollten. Damit sollte auch jungen Pferdesportlern der Zugang zur Vielseitigkeit erleichtert und die Möglichkeit gegeben werden, die verschiedenen Facetten dieser anspruchsvollen Disziplin kennenzulernen.

Nach der Begrüßung startete das Programm mit dem Thema Dressurreiten. Unter der Überschrift „Worauf kommt es an?“ nahm Richterin und Stützpunkttrainerin Simone Stiefelmeyer gemeinsam mit den Teilnehmern die Beurteilung von Dressuraufgaben genauer unter die Lupe. Anhand praktischer Beispiele und der gerittenen Aufgaben wurden wichtige Bewertungskriterien erläutert und einzelne Lektionen genauer betrachtet. Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie eine gute Wertnote zustande kommt, sondern vor allem darum, worauf es in der täglichen Trainingsarbeit ankommt und an welchen Stellschrauben Reiter und Trainer arbeiten können.

Für den praktischen Teil stellten sich Luna Löschner und Jurij Bobke als Reiter zur Verfügung und ermöglichten den Teilnehmern anschauliche Einblicke in die Umsetzung.

Im Anschluss stand der gemeinsame Austausch im Mittelpunkt. Bei einem selbst organisierten Mitbringbuffet konnten sich die Teilnehmer stärken und in lockerer Atmosphäre miteinander ins Gespräch kommen. Neben dem Rückblick auf die Saison 2026 wurden auch die ersten Termine für Lehrgänge und Turniere im Jahr 2027 vorgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt war die persönliche sportliche Zielsetzung: Welche Perspektiven gibt es für die eigene reiterliche Entwicklung? Welche Ziele möchte ich erreichen und wie lassen sich diese mit Schule, Ausbildung und Alltag vereinbaren?

Besonders interessant und persönlich wurde es beim Vortrag zu den sportlichen Zielen und individuellen Karrierewegen. Die beiden erfolgreichen jungen Reiterinnen Cecil Rother und Leonie Morgenstern hatten sich intensiv auf diesen Programmpunkt vorbereitet und nahmen die Teilnehmer mit auf ihre bisherigen sportlichen Wege. Sie berichteten von ihren Erfolgen, persönlichen Erfahrungen, Herausforderungen und auch den emotionalen Momenten, die den eigenen Weg im Vielseitigkeitssport prägen. Mit viel Engagement und Offenheit gaben sie den jüngeren Teilnehmern wertvolle Einblicke und Tipps mit auf den Weg. Dabei wurde deutlich, dass hinter sportlichen Erfolgen nicht nur Talent und Trainingsfleiß, sondern auch Durchhaltevermögen, Leidenschaft und die Bereitschaft stehen, immer wieder an sich zu arbeiten. Ein sehr persönlicher und bewegender Beitrag, der sicherlich bei vielen Teilnehmern in Erinnerung bleiben wird.

Am Nachmittag ging es zurück in die Reithalle. Springreiter Manuel Prause widmete sich dem Thema „Springgymnastik – Aufbau und Hintergrund“. Anhand praktischer Übungen erläuterte er den sinnvollen Aufbau gymnastizierender Aufgaben und zeigte, wie sich unterschiedliche Anforderungen gezielt in die Trainingsarbeit integrieren lassen. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem Rittigkeit, Kraft, Durchlässigkeit und Gymnastizierung. Gemeinsam wurden Übungen aufgebaut und verschiedene Möglichkeiten zur Verbesserung typischer Herausforderungen im Training besprochen. Besonders mit Blick auf die bevorstehende Winterarbeit erhielten die Teilnehmer zahlreiche praktische Anregungen und Tipps, die sich direkt in das eigene Training übernehmen lassen.

Mit vielen neuen Eindrücken, fachlichen Impulsen und Ideen für die kommende Saison ging ein abwechslungsreicher Tag in Moritzburg zu Ende. Das Nachwuchstreffen bot nicht nur Gelegenheit, das eigene Wissen zu erweitern, sondern vor allem auch, sich untereinander auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und gemeinsame Perspektiven für die Zukunft der Vielseitigkeit in Sachsen zu entwickeln.

Ein herzlicher Dank gilt allen Referenten und Mitwirkenden, insbesondere Simone Stiefelmeyer und Manuel Prause für ihre fachlichen und praktischen Beiträge sowie Luna Löschner und Jurij Bobke für ihre Unterstützung in den Praxisdemonstrationen. Ebenso bedanken wir uns bei allen Teilnehmern für das große Interesse und den offenen Austausch sowie beim Landgestüt Moritzburg für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.