Vom 8. bis 10. Mai fand am Bundesstützpunkt Reiten in Warendorf der traditionelle „Preis der Besten“ statt. Die Veranstaltung gilt als eines der wichtigsten Nachwuchsturniere im deutschen Reit- und Voltigiersport und dient zugleich als erste Sichtung für die Europameisterschaften 2026. Neben den Deutschen Jugendmeisterschaften zählt sie damit zu den bedeutendsten nationalen Prüfungen im Jugendbereich.

Auch in diesem Jahr waren zahlreiche Reiterinnen, Reiter sowie Voltigierer aus Sachsen vertreten und konnten sich erfolgreich in Szene setzen.

Bereits am ersten Turniertag standen für die U21- und U14-Springreiter sowie die Voltigierer die ersten Prüfungen auf dem Programm. Die weiteren Altersklassen und Disziplinen starteten am Samstag mit ihren ersten Wertungsprüfungen.

VOLTIGIEREN

EM-Nominierung für Lisa Marie Wagner

Die Voltigierer sorgten aus mitteldeutscher Sicht für besondere Ergebnisse und mehrere starke Platzierungen – inklusive EM-Nominierungen.

Ein herausragendes Ergebnis erzielte Lisa Marie Wagner in der Altersklasse der Jungen Voltigierer U21, die auf ihrem Ersatzpferd „Cleiner Onkel“, an der Longe von Anika Heers drei souveräne Runden in Pflicht, Technik und Kür zeigte. Mit einer konstant starken Leistung sicherte sie sich die Silbermedaille und damit zugleich das Ticket für die Europameisterschaften der Junioren und U21-Voltigierer finden vom 29. Juli bis 2. August 2026 in Le Mans (Frankreich).

Jennifer Reichert konnte hingegen in keiner ihrer drei Runden ihr volles Potenzial abrufen. Startend in der Altersklasse der Junioren U18 auf dem Rücken ihres Kaderpferdes Samor, longiert von Livia Ratzlaff verpasste sie leider die EM-Nominierung.

Darüberhinaus erhielt Lisa für ihre Medaille in der AK U21 ein Stipendium der Stiftung Deutscher Pferdesport im Wert von 500 Euro.

Das Juniorteam Schenkenberg startete sehr stark in den Wettbewerb der Junior-Voltigiergruppen und führte in und damit auch nach den ersten beiden Runden von Pflicht und Technik sogar das Feld an. Am Finaltag schlichen sich jedoch zu viele Fehler ein, welche leider zu hart bestraft wurden, sodass sich das sehr junge Team am Ende knapp dem Team aus … (RHL) geschlagen geben mussten. Damit wurden die Schenkenberger als erste Reservemannschaft für die Europameisterschaft in Le Mans nominiert.

Grund zur Freude gab es auch bei Amari Samtamaria Diaz. Die Mecklenburg-Vorpommerin ist Teil des Schenkenberger Juniorteams und dominierte mit ihrem Pferd Star Time das Teilnehmerfeld der Juniordamen U18. Nach ihrem souveränen Sieg beim Preis der Besten wurde sie ebenfalls für die Europameisterschaft nominiert.

DRESSUR

Überzeugende Leistung von U14-Reiterin Melia Untenzu

Lang ist er, der Weg zum Preis der Besten Dressur. Gemeinsam mit ihrem Pferd „Der Goldschatz“ hatte die junge Dressurreiterin Melia Untenzu diesen erfolgreich gemeistert und sich bei den Sichtungen in Schenefeld und Kronberg mit konstant starken Leistungen gegen hochkarätige Konkurrenz der Altersklasse U14 behauptet und damit das Ticket für Warendorf gesichert. Besonders bemerkenswert: Melia Untenzu und „Der Goldschatz“ waren das einzige ostdeutsche Paar, das in der Altersklasse Children (U14) für den „Preis der Besten“ nominiert wurde.

Auch in Warendorf zeigte das Paar im Feld der 18 ausgewählten U14-Reiterinnen zwei konzentrierte und harmonische Vorstellungen. Für beide Wertungsprüfungen erhielten Melia Untenzu und „Der Goldschatz“ jeweils über 72 Prozent. In einem starken Teilnehmerfeld belegten sie damit einen hervorragenden 12. Platz in der Gesamtwertung im Preis der Besten und bestätigten erneut ihre Zugehörigkeit zur nationalen Spitze ihrer Altersklasse.

Die starke Leistung wurde direkt belohnt: kaum zuhause angekommen erhielt Melia die Nominierung für das internationale Jungendturnier „Future Champions“ am 10.-14. Juni auf dem Hof Kasselmann in Hagen a.T.W.. Das Turnier gilt als das „Aachen der Jugend“ und ist das weltweit größte Festival des Jugendreitsports.

 

SPRINGEN

Johanna Martha Liebergeld platziert sich unter Top-Ten

Auch im Springen war Sachsen sehr erfolgreich vertreten: nominiert durch den LV Sachsen wurden in diesem Jahr Johanna Martha Liebergeld und ihr Pferd „Rocky Rocks Forever“ und holte zwei Platzierungen sowie einen Top-Ten-Platz gesamt nach Hause.

Bereits im Vorjahr war sie für Sachsen in der der Altersklasse der Children U14 nominiert, damals noch mit „Landolin“. In diesem Jahr setzte sie auf „Rocky“ und überzeugte direkt im ersten Umlauf: Als erstes Starterpaar im 44-köpfigen Feld gelang ihr im Fehler-Zeit-Springen über 1,25 m eine schnelle Nullrunde, die ihr eine Platzierung als 15te einbrachte.

Am Samstag bestätigten die beiden ihre starke Form erneut und blieben auch im schweren Parcours über 1,30 m fehlerfrei. Damit qualifizierten sie sich erstmals in ihrer Karriere für den zweiten Umlauf und damit die finale Runde. Dort erreichten sie einen hervorragenden 9. Platz. In der Gesamtwertung galoppierte das sächsische Paar damit auf Platz 8 in die Top-Ten.

Nach Genehmigung durch den Bundestrainer brachte Johanna mit Landolin auch ein zweites Pferd an den Start. Leider blieb das Paar in beiden Prüfungen nicht fehlerfrei und rangierte als 36te der Gesamtrangierung.