Die Regionalsichtung in Vechta gilt alljährlich als wichtiger Meilenstein im Voltigiersport. Hier haben potenzielle WM- und EM-Teilnehmer die Möglichkeit, sich für den renommierten „Preis der Besten“ in Warendorf zu empfehlen. Mitte Mai werden dort die Athletinnen und Athleten für die Junioreuropameisterschaften in Le Mans (Frankreich) ermittelt. Gleichzeitig dient die Sichtung, die in diesem Jahr am 22. März stattfand, den Bundeskadermitgliedern als wertvolle Generalprobe, bei der sie Feedback von hochrangigen Richtern sowie dem Bundestrainerteam erhalten.
Für das Juniorteam Schenkenberg sowie Jennifer Reichert und Lisa Marie Wagner war die Ausgangslage entspannt: Durch ihren Bundeskaderstatus sind sie bereits für den „Preis der Besten“ gesetzt. Entsprechend nutzten sie die Veranstaltung, um nach der langen Winterpause wieder in den Wettkampfmodus zu finden und erste Turnierluft zu schnuppern.
Jennifer Reichert präsentierte auf ihrem erfahrenen Partner Samor zwei starke Runden. Mit Samor hatte sie bereits im vergangenen Jahr an den Weltmeisterschaften teilgenommen. Die gezeigten Leistungen wurden von den Richtern sehr positiv bewertet – eine motivierende Bestätigung für den weiteren Saisonverlauf.
Lisa Marie Wagner nutzte die Regionalsichtung für einen Start auf einem Ersatzpferd und zeigte ihre Programme auf Cleiner Onkel T OLD, der im vergangenen Jahr maßgeblich zum Weltmeistertitel von Arne Heer beitrug. Für ihre Darbietungen erhielt sie wertvolle Hinweise und durchweg konstruktives Feedback.
Das Juniorteam Schenkenberg setzte in Vechta gezielt auf die Nachwuchsausbildung: Den Pflichtumlauf nutzte das Team, um ihrem neuen Pferd Pollux erstmals die besondere Atmosphäre eines Turniers näherzubringen. Während Pollux in der Vorbereitung noch nervös wirkte, präsentierte er sich im Wettkampf konzentriert und zuverlässig. Das Urteil des Gremiums fiel eindeutig aus: Das Team hat mit ihm einen vielversprechenden und verlässlichen Partner gewonnen. In der Kür setzte das Team hingegen auf ihr bewährtes Erfolgspferd, mit dem im vergangenen Jahr die Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften errungen wurde. Hier zeigten sich noch kleinere Unsicherheiten, die klar aufzeigten, woran in den kommenden Wochen gezielt gearbeitet werden muss. Dennoch fiel das Gesamtfeedback überwiegend positiv aus.
Für besondere Spannung sorgte der Auftritt von Aurelie Richter. Die 12-Jährige war als Einzige noch nicht für den „Preis der Besten“ gesetzt und wollte sich über die Regionalsichtung qualifizieren. Trotz einer langen Verletzungspause zeigte sie auf Samor zwei beeindruckende Programme und wurde dafür mit viel Lob belohnt. Die Freude war groß, als am Montag zunächst die Nachricht eintraf, dass sie sich für Warendorf qualifiziert habe. Doch bereits am Dienstag folgte die Ernüchterung: Ein Start ist erst ab 14 Jahren möglich, sodass Aurelie altersbedingt doch nicht teilnehmen darf. Auch wenn der Start verwehrt bleibt, ist ihre Leistung ein starkes Ausrufezeichen. In so jungem Alter bereits auf diesem Niveau zu überzeugen, zeigt ihr großes Potenzial. Für Aurelie heißt es nun: weiterarbeiten, geduldig bleiben und die nächste Chance nutzen.