​Der Landesverband Pferdesport Sachsen e.V. verurteilt jedes tierschutzwidrige Verhalten im Umgang mit Pferden auf das Schärfste. Die im Rahmen des MDR Beitrag „Reitsport – zwischen Lieben und Quälen“ vom 10.11.2025 auf einem sächsischen Turnierplatz aufgenommenen Szenen widersprechen in zentralen Punkten den ethischen Grundsätzen sowie den Vorgaben der Leistungsprüfungs- und Ausbildungsordnung (LPO/APO), die einen verantwortungsvollen, respektvollen und pferdegerechten Umgang zwingend voraussetzen.

Das Wohl des Pferdes hat für uns höchste Priorität. Deshalb haben wir nach Bekanntwerden des Vorfalls umgehend verschiedenste Maßnahmen von der Klärung des Sachverhaltes  bis zur Verbesserung von Standards eingeleitet.

Wir stellen klar: Tierschutz ist nicht verhandelbar. Jeder Verstoß dagegen schadet nicht nur dem einzelnen Tier, sondern auch der Glaubwürdigkeit und Zukunft unseres Sports.

 

Appell des Präsidenten des Landesverbandes Matthias Barth

 „Wir sind die einzige Sportart in der Leistung nur durch eine harmonische Symbiose zweier Lebewesen auf höchstem Niveau zu erreichen ist. Die Liebe zum Pferd sollte immer an erster Stelle stehen, ja ist für viele Sportler Ausgangspunkt der Entscheidung für den Pferdesport überhaupt gewesen. Körperliche und mentale Fitness sind dazu nötig, gegenseitiges Vertrauen und eine ständige Abstimmung aller Abläufe und Bewegungen. Dem Partner Pferd gegenüber steht der Mensch dabei in der ständigen Verpflichtung fair und fürsorglich zu handeln und als Reiter oder Fahrer so auch in allen Situationen einzuwirken.

Ich bin auf Sachsens Turnierplätzen viel unterwegs und weiß, dass die übergroße Mehrheit unserer Pferdesportler diesem Anspruch mit hohem Engagement gerecht wird. Die große Anzahl gut heraus gebrachter Sportpferde, die teilweise bis ins hohe Alter noch unter jungen Reitern gut unterwegs sind, spricht hier eine deutliche Sprache.

Die aktuellen Ereignisse machen uns aber wieder einmal deutlich, dass unsere bisherigen Bemühungen oftmals nicht ausreichend waren, um tierschutzwidriges Verhalten sofort zu erkennen und unmittelbar einzuschreiten. Die konsequente Einhaltung des Tierschutzgesetzes und der ethischen Grundsätze im Umgang mit dem Pferd ist mit allem Nachdruck von Reitern, Fahrern, Richtern, Trainern und Turnierfachleuten des Landesverbandes Pferdesport Sachsen e.V. auf Trainingsplätzen und Wettkampfstätten jederzeit kompromisslos umzusetzen!

Das Wohl des Pferdes muss uneingeschränkt an erster Stelle stehen!

Personen, die gegen diese Richtlinien verstoßen, sind zukünftig unverzüglich nicht nur zu ermahnen, sondern auch zur sofortigen Abstellung tierschutzwidriger Handlungen aufzufordern und wenn nötig in der Folge auch sportlich mit aller Härte zu sanktionieren. Die Frage nach dem Ansehen oder der Erfahrung von Pferdesportlern, Trainern, Richtern oder Besitzern darf in keinem Fall irgendeine Rolle spielen.

Hierzu bedarf es ohne Ausnahme eines festen Schulterschlusses zwischen Aktiven, Offiziellen und den Veranstaltern von Turnieren und Breitensportveranstaltungen!

Dies muss unser aller Herzensanliegen sein, um den von uns mit so viel Liebe und Passion betriebenen Pferdesport auch zukünftig fair und sauber zu erhalten und zu gestalten!

Alles für das Pferd! 

Euer/Ihr Matthias Barth